Der virtuelle Schäfflertanz im CARECON Vaterstetten
Im CARECON Seniorenwohnpark Vaterstetten war im Rahmen der Schäfflertanz-Saison 2026 ein Auftritt der Schäffler vorgesehen. Dieser musste kurzfristig gesundheitsbedingt abgesagt werden.
Um den Bewohnerinnen und Bewohnern dieses kulturelle Ereignis dennoch zugänglich zu machen, wurde der Schäfflertanz in virtueller Form nachgeholt. Grundlage war die Aufzeichnung eines Auftritts der Schäffler aus Kirchheim, die vor Ort gemeinsam erlebt werden konnte.
Die Veranstaltung wurde durch den Vorstand des Schäfflervereins, Sepp Franz jun., begleitet und durch Beiträge zur Bedeutung des Schäfflertanzes ergänzt. So entstand ein gemeinsames Erlebnis, das die Tradition aufgriff und für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einer neuen Form erfahrbar machte.
Erinnerung und Aktivierung
In dieser Situation erinnerten sich Teilnehmende an frühere Begegnungen mit dem Schäfflertanz. Einzelne Teilnehmerinnen und Teilnehmer begannen, von eigenen Erlebnissen zu berichten – davon, wann und wo sie den Schäfflertanz erstmals gesehen hatten, sei es in der Schulzeit, während der Ausbildung oder bei früheren Gelegenheiten im öffentlichen Raum.
Diese Erinnerungen waren häufig mit konkreten Details verbunden: Orte, Situationen und persönliche Bezüge wurden benannt und im Gespräch miteinander geteilt. Das virtuelle Erlebnis regte dabei persönliches Erinnern an und bot Anlass für Gespräche und gemeinschaftlichen Austausch.
Gemeinschaft und Perspektiven
Im Anschluss an die Veranstaltung wurde seitens des Hauses angeregt, die gewonnenen Erfahrungen künftig in die biografische Arbeit zu integrieren. Das virtuelle Erlebnis bietet dabei Anknüpfungspunkte, um kulturelle Inhalte und persönliche Bezüge – etwa Erinnerungen an vertraute Orte oder frühere Reiseziele – aufzugreifen und in den Alltag der Einrichtung einzubinden.
In diesem Zusammenhang wird der weitergehende Wert des Ansatzes sichtbar: Die Möglichkeit, kulturelle Inhalte unabhängig von äußeren Umständen zugänglich zu machen, eröffnet neue Wege der Teilhabe. Die dabei entstehenden persönlichen Anknüpfungspunkte können von den Fachpersonen der Senioreneinrichtung in die Erinnerungs- und Biografiearbeit einbezogen werden und zugleich dazu beitragen, kulturelle Bezüge im Alltag lebendig zu halten.
Über die Veranstaltung berichtete auch die Süddeutsche Zeitung.
Die Durchführung in Vaterstetten ist Teil der fortlaufenden Arbeit von senior-vision e.V., kulturelle Erlebnisse zugänglich zu machen und neue Möglichkeiten zu schaffen, kulturelle Bezüge in den Alltag älterer Menschen einzubinden.


















